Wer Polster pflegen möchte, steht oft vor der Frage, wie sich Schmutz und Gerüche beseitigen lassen, ohne dass Nässe in das Gewebe oder den Schaumkern eindringt. Tatsächlich lassen sich viele Aufgaben trocken erledigen: Regelmäßiges Absaugen mit einer Bürstendüse entfernt Staub, Krümel und Tierhaare, bevor sie sich in die Fasern einarbeiten. Klopfen Sie Kissen und Sitzflächen zwischendurch im Freien aus, damit lockerer Schmutz herausfällt. Für die tägliche Pflege genügt es, Polster nach dem Gebrauch kurz aufzuschütteln und an der Luft liegen zu lassen, damit Feuchtigkeit aus Schweiß und Atem entweichen kann. Auch das regelmäßige Wenden von Sitzkissen und das Rotieren der Bezüge verteilt die Belastung und beugt einseitigem Plattdrücken vor. Bei Flecken tupfen Sie zunächst trocken mit einem sauberen Tuch oder einem saugfähigen Papier, ohne zu reiben, und lockern angetrocknete Rückstände mit einer weichen Bürste. Kristallisierte Verschmutzungen lassen sich häufig mit einem Staubsauger und einer Polsterdüse abtragen.
Die Grenzen des Trockenen zeigen sich dort, wo Substanzen in die Tiefe eingedrungen sind. Fett, Eiweiß, Urin oder Schweiß haften im Schaumkern und lassen sich mechanisch kaum lösen; ohne Flüssigkeit erreichen Sie diese Schichten nicht. Auch hartnäckige Gerüche, etwa von Rauch oder Haustieren, sitzen in den Fasern und verflüchtigen sich durch Lüften allein oft nur unvollständig. Schimmel und Milben wiederum gedeihen gerade in feuchten, warmen Bereichen, weshalb reine Trockenpflege hier an ihre Grenzen stößt: Zwar hilft regelmäßiges Absaugen gegen Milben, doch eine gründliche Sanierung erfordert in der Regel feuchte Verfahren. Schließlich stoßen Sie auch bei der Desinfektion an Grenzen, denn viele Krankheitserreger überleben in trockenen, porösen Materialien erstaunlich lange. Wer ausschließlich trocken arbeitet, muss daher akzeptieren, dass tief sitzende Verunreinigungen und mikrobiologische Belastungen bestehen bleiben können.
weitere Infos : Trockenpflege als Routine, Feuchtigkeit nur gezielt und sparsam, wenn es die Situation erfordert. Prüfen Sie zunächst immer das Pflegeetikett des Bezugs und testen Sie jedes Mittel an einer verdeckten Stelle. Arbeiten Sie mit wenig Flüssigkeit, tupfen statt reiben und trocknen Sie anschließend gründlich, damit keine Ränder entstehen und der Kern nicht durchfeuchtet. Für die regelmäßige Pflege ohne Nässe genügen Absaugen, Ausklopfen, Lüften und Wenden – so halten Sie Polster lange ansehnlich. Bei tiefen Flecken, starken Gerüchen oder Schimmelbefall ist jedoch professionelle Hilfe ratsam, statt mit Hausmitteln zu experimentieren. Letztlich gilt: Wer Polster pflegen will, sollte trockene Methoden beherrschen, aber wissen, wann sie nicht mehr ausreichen.
